3. Advent - Bewusst im Leben

Diesen Sonntag lernen wir den Urenkel von Rosemarie Varga, Simeon Stadler kennen. Er kam im August 2025 für ein 10. Schuljahr an die Ecole d'Humanité und gewährt uns Einblick in sein Leben an der Ecole.

Simeon 1

Annette: Danke, Simeon, dass du bereit bist, ein Interview zu geben. Wer bist du? Was macht dich als Mensch aus – unabhängig von Familie oder Herkunft?

Simeon: Ich bin Simeon, geboren 2010, und ich mache sehr gerne Sport. Das beschreibt mich wohl am besten.

Wenn du 2010 geboren bist, hast du noch Erinnerungen an deine Urgrossmutter?
Teilweise, ja. Sie hat oft erzählt, wie frech meine Grossmutter in ihrer Schulzeit gewesen sei (lacht). Natürlich auch über die Ecole – daran erinnere ich mich nicht mehr so gut, aber sie erzählte, wie es damals war. Auch davon, wie sie 1936 von Deutschland in die Schweiz gekommen ist und diese Ereignisse. Sie hat auf jeden Fall nie etwas Schlechtes über die Schule gesagt.

Was sind deine ersten eigenen Erinnerungen an die Ecole?
Als ich hierhergekommen bin, fiel mir auf, wie international alles ist! Am Anfang war auch die Sprachbarriere da, ich war nicht besonders gut in Englisch. Aber man lernt es extrem schnell im Kontakt mit den Leuten hier, weil man dauernd Englisch sprechen muss.

Wie unterscheidet sich die Ecole für dich von der normalen Schule?
Dort waren die Klassen viel grösser. Hier ist es individueller, das ist sehr gut. Man hat mehr Kontakt mit Lehrpersonen – auch ausserhalb des Unterrichts. Die Atmosphäre ist ganz anders. Und ich finde persönlich, es wird viel besser erklärt.

Welche Nachmittagskurse belegst du?
Seit ich im Maturaprogramm bin, nicht so viele, wir haben oft Unterricht am Nachmittag. Aber ich mache Glass Beads und Backen – Backen gefällt mir sehr. Am Anfang hatte ich mehr Kurse, auch Sport. 

Kommt der Sport jetzt zu kurz?
Nein, ich gehe einfach sehr oft ins Gym. Man bringt alles unter einen Hut. Wegen der Handyregeln brauche ich mein Handy nun sehr viel weniger als zuhause – dadurch bleibt mehr Zeit, auch für Sport.

Hast du Zukunftspläne?
Ich möchte unbedingt die Matura abschliessen. Danach würde ich gerne Lehrer werden oder etwas in Richtung Politik machen.

Welche Fächer würdest du unterrichten?
Geschichte und Sport. Vielleicht Geografie – ich bin darin nicht gut, aber es macht mir Spass. Mal schauen, Geschichte möchte ich auf jeden Fall unterrichten später.

Und deine Familiengeschichte – hast du dich damit beschäftigt?
Ein wenig. Ich spreche oft mit meiner Grossmutter darüber, vor allem haben wir viel über meine Urgrossmutter, Rosemarie Varga gesprochen. Das ist einfach interessant, ich glaube nicht jede Familie hat so eine Familiengeschichte und unsere finde ich schon sehr interessant. 

Und sie ist nicht ganz einfach. Hat dich das als Kind beschäftigt? 
Ja, diese Geschichte mit dem Zweiten Weltkrieg! Meine Urgrossmutter hatte enorm Glück, dass sie von ihrer Mutter aus Deutschland in die Schweiz geschickt wurde. Später zogen sie nach Israel und kamen dann wieder zurück. Sie wären fast nach Kanada ausgewandert – hätte diese Schule ihr nicht ein berufliches Angebot gemacht.

Gibt es etwas, das du unbedingt machen möchtest an der Ecole, nebst Matura?
Ich möchte im Sport besser werden. Konstant trainieren. Und viel Skifahren. Nun freue ich mich sehr auf die Skisaison.

Du kennst das Skigebiet hier?
Ja, ich komme seit meiner Geburt jedes Jahr hierher. Ich fühle mich dort oben auf den Pisten sehr wohl.

Herzlichen Dank!

Welche Erfahrungen verbindest du mit Goldern und dem Hasliberg?